Über mich

Foto by Alex Giegold

Ich, Max Appenroth, bin ein trans-Aktivist und Wissenschaftler aus Berlin. Derzeit bin ich Promovend am Institut für Public Health der Charité Universitätsmedizin Berlin. Zusätzlich arbeite ich seit Juli 2018 in Teilzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter in dem internationalen Forschungsprojekt „CILIA LGBTIQ+ – Comparing Intersectional Life Course Inequalities Amongst LGBTIQ Citizens in Four European Countries„. Bis März 2019 habe ich 4 Semester lang das Seminar Gender- und Queerstudies für Studierende der Sozialen Arbeit an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin unterrichtet.

 

Über die vergangenen Jahre habe ich viele Erfahrungen (im In- und Ausland) im Anleiten und Durchführen von Workshops und Weiterbildungen gesammelt. Mein Schwerpunkt liegt hierbei rund um die Themenbereiche Gender, geschlechtliche und sexuelle Vielfalt und dieses Angebot richtet sich insbesondere an medizinische, pflegerische und/oder beratende Einrichtungen. Mehr Infos finden Sie unter dem Menüpunkt Workshops.

 

Neben meinem akademischen Schwerpunkt auf den Gender & Trans Studies, bewege ich mich auch aktivistisch in diesem Feld. Seit 2008 engagiere ich mich auf regionaler, sowie internationale Ebene in diversen Projekten und Gruppen, die trans Personen im Fokus haben. So war ich, zum Beispiel, bis Juni 2019 drei Jahre lang Mitglied des Grant Making Panels des „International Trans Fund„.

Durch meine nunmehr auch langjährige Erfahrung im, auf der einen Seite des Stellens von Anträgen und auf der anderen Seite des Bewertens von Fördermittelanträgen, biete ich Organisationen meine Unterstützung in diesem Prozess an. Mehr Informationen hierzu finden Sie unter dem Menüpunkt Beratung.

 

In meiner Promotion gehe ich der Frage nach, wie eine Transidentität den Zugang zur medizinischen Versorgung beeinflusst. Dabei beleuchte ich insbesondere soziale Aspekte wie Klasse, Bildung und Einkommen. Blickt man auf die aktuelle Forschungslage, so wird ersichtlich, dass trans Personen beispielsweise einen überdurchschnittlich hohen Bildungsgrad vorweisen können. Trotz einer guten schulischen und oftmals akademischen Ausbildung, sind sie jedoch überproportional viele trans Personen in geringen Einkommenschichten, bzw. in Armut lebend, vorzufinden.

 

Durch 20 Expert_innen Interviews mit Personen aus der trans Community möchte ich erfahren, wie die real erlebte Gesundheitsversorgung beschrieben wird und welche sozialen Faktoren den Zugang zur medizinischen Versorgung begünstigen, oder aber auch erschweren. Anhand der Ergebnisse der Studie sollen weitere Handlungsoptionen- und Richtlinien entstehen, die Barrieren für trans Menschen im medizinischen Versorgungssystem reduzieren sollen.  Hierbei widme ich mich schwerpunktmäßig auch den Belangen von trans Sexarbeiter_innen und generell der sexuellen Gesundheit von trans Menschen.

 

In meiner M.A.-Arbeit habe ich mich bereits mit Teilaspekten meines Promotionsprojektes beschäftigt und gesondert die Bedürfnisse der alternden trans-Community ergründet. Mittels eines eigeninitiierten Forschungsprojektes in Kooperation mit der University of California, Berkeley konnte ich anhand von Expert_innen-Interviews und einer tiefgründigen Analyse bestehender Forschung und Literatur ein Bild über die Lebensumstände von älteren und hochaltrigen trans Personen in den USA darstellen. In der Vergangenheit war ich von September 2015 bis Juli 2017 zunächst studentischer und später wissenschaftlicher Mitarbeiter im IFAF-geförderten Projekt „GLEPA -Gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Pflege im Alter„. Durch diese Mitarbeit konnte ich bereits meine Expertise vielfältig in der Sammlung und Analyse von qualitativen Daten ausbauen. Eine erste Veröffentlichung in deutscher Sprache über ältere und hochaltrige trans Menschen wird sich in dem bald erscheinenden Sammelband "Trans & Care: Trans Menschen zwischen Selbstsorge, Fürsorge un Versorgung" finden.

 

Zum Abschluss meines Bachelors habe ich mich u.a. mit der Sozialen Konstruktion von Männlichkeit und den Sozialisationsunterschieden im Auftreten von Gewalt bei cis-Männern und trans männlichen/maskulinen Personen befasst. Durch meine Arbeit konnte ich zeigen, dass Gewalt und Aggression nicht, wie häufig angenommen, durch natürliche Komponenten, wie z.B. Testosteron, beeinflusst wird. Weiterführend übe ich mit u.a. mit diesen Ergebnissen eine Kritik am Entstehungsprozess von naturwissenschaftlich-positivistischer „Tatsachen“. Durch meine Arbeit konnte ich zeigen, dass vermeintlich naturwissenschaftlich-positivistische Fakten wesentlich stärker von sozialen Aspekten beeinflusst sind, als bislang angenommen.